Wird das ein Buch?

 

" Informations- und Kommunikationsmedien zielen darauf ab, räumliche und zeitliche Distanzen zu reduzieren und sind mitverantwortlich für die Dynamik, die in der heutigen Gesellschaft herrscht. Neue Freiheiten generieren auch neue Zwänge.

Mit dem Internet sind wir in eine neue Ära der Beschleunigung getreten, die auch ihre Schattenseiten hat. Das Internet ist gekennzeichnet durch Interaktivität, Intermedialität, Verlinkung und Vernetzung. Ist das Medium die Botschaft, wie Mc Luhan sagt? Hängt die Botschaft eines Mediums weniger vom Inhalt ab, als von der Art und Weise wie es unsere Wahrnehmung verändert?

Sind Internet und Verlangsamung Gegensätze in sich?

Wahrnehmung und Aufmerksamkeit sind Schlüsselbegriffe, wenn es um (mediale) Beschleunigung geht. Informationen verbrauchen Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist nicht nur die wichtigste Energiequelle für unser emotionales und geistiges Selbst, sondern hat auch eine ethische Bedeutung, weil wir durch die Art und Weise, wie wir Dingen Aufmerksamkeit schenken, entscheiden, in welcher Welt wir leben wollen. "

 

Diese Gedanken hatte ich mir während einer Fortbildung zur Online- Radkteurin im Jahr 2011 gemacht. Damals hatte noch niemand im Kurs ein smartphone.

 

 

Nach mehr als drei Jahren Schreiben auf diesem Blog sind meine Erfahrungen:

 

Der Vorteil eines Blogs:

liegt für mich in der Verlinkung und Intermedialität von Bild, Film und Text. Ein Blog ist ein unabgeschlossenes Projekt, das ständig erweitert und aktualisiert werden kann und muss (sonst rutscht es im Suchmaschinenranking nach unten).

 

Der Nachteil eines Blogs ist:

- chronologisch eine Geschichte zu erzählen und in die Tiefe zu gehen ist schwierig. Wer will schon eine 10 Seiten Story auf dem smartphone lesen?

- gefunden wird im Internet über Suchmschinen nur das, was auch gesucht wird und suchmaschinenoptimiert ist. In der Regel ist das, was gesucht wird, Information keine Geschichte.

- Interaktivität durch Kommentarfunktion können sich nur noch Blogs mit Datenschutzexperten leisten. Der Rest wandert zu facebook, wo die Aufmerksamkeit noch geringer ist.

 

Transparenz

So sieht die Besucherstatistik dieses Blogs für September 2019 aus.  Es gibt auf meinem Blog weder Werbung noch affiliate links, noch facebook buttons. Auf Nachfrage beim Provider, wer eigentlich auf meinem Blog, welche Cookies setzt und welche Daten wozu sammelt, habe ich keine Antwort bekommen. Ich selber stimme auch auf keiner Web-Seite diesen Richtlinien zu. Nach Einführung der neuen Cookie Richtlinie Mitte September fehlt es mir andererseits an Feedback und Orientierung, welche Artikel gelesen werden und wie oft.

 

Fazit: Ich werde dem Problem Aufmerksamkeit und Transparenz hier nicht mehr gerecht ( weder mir,  meinen Lesern, noch der Schönheit Apuliens gegenüber ). Ich denke darüber nach, ein Buch zu schreiben. Es gibt noch viel mehr Gründe für ein Buch. Aber der Aufmerksamkeitsökonomie wegen, belasse ich es erstmal bei diesen Zeilen in aller Kürze. So long. Zwinkersmiley!

 

(29.11.2019)