Was zieht Euch ans Meer?

Es gibt viele gute Gründe ans Meer zu fahren. Es entspannt, tröstet, inspiriert. Hier ein paar der schönsten Zitate, die ich über das Meer gefunden habe.

 

„Sie lieben das Meer, Kapitän.“

„ Ja, ich liebe es. Das Meer ist alles für mich! Es bedeckt sieben Zehntel der Erdoberfläche. Sein Wind ist rein und gesund. So unermeßlich diese Einöde auch ist, fühlt sich der Mensch dennoch nie einsam, denn er spürt, wie das Leben um ihn wogt. Ein übernatürliches wunderbares Dasein rührt sich im Meer; es ist nur Bewegung und Liebe, lebendige Unendlichkeit, wie es einer ihrer Dichter ausgedrückt hat.“

 

(Jules Verne: 20 000 Meilen unter Meer)

 

 

 

(...) Das andere Extrem ist das Ozeanische Gefühl, ein Zustand des Sich-Fühlens, in dem das eigene Hier undeutlich wird und ich mich in der Welt verliere. Diese Erfahrung ist die berauschende Erfahrung einer Auflösung in Atmosphäre ähnlich wie in verschiedenen Entspannungszuständen etwa der Panstimmung, dem mittaglich dösenden Ausgleiten in sommerlicher Natur.

 

(nach Maurice Merleau-Ponty)

 

 


 

 

"Nennt mich Ismael. Vor ein paar Jahren – das genaue Datum ist unwichtig - , als ich so gut wie nicht mehr in meinen Taschen und vom Leben an Land die Nase voll hatte, kam ich auf die Idee, zur See zu gehen und mir den wässerigen Teil der Erdkugel näher anzusehen. Denn dies ist ein gutes Mittel, die Flausen aus dem Hirn zu verjagen und wieder zu frischem Blute zu kommen. Wann immer ich ein saures Gesicht zu machen beginne, wenn es in mir düster und triste wie im November ist und ich vor jedem Sarggeschäft meinen Schritt anhalte oder den Leichenzügen nachlaufe, besonders aber wenn der Weltschmerz in meinen Inneren die Überhand in einer Weise bekommt, dass es all meines moralischen Rückhaltes bedarf, um nicht auf die Straße hinunterzulaufen und den Leuten die Hüte von den Köpfen zu schlagen – dann ist es, wie ich weiß, hoch an der Zeit für mich, zur See zu gehen. Das ist sozusagen mein Ersatz für Pistole und Kugel. Mit einem philosophisch gewürzten Redeschwall stürzte sich Cato in sein Schwert – ich jedoch begebe mich in aller Ruhe an Bord eines Schiffes. Darüber braucht man sich nicht weiter zu wundern. Es gibt nämlich genug Menschen, die bisweilen, ohne dass sie sich darüber genau Rechenschaft ablegen könnten, von ähnlichen Gefühlen wie ich hinausgetrieben werden aufs frei Meer."

 

(So beginnt Hermann Melvilles Roman "Moby Dick".)

 

 


gesehen in Polignano a Mare
gesehen in Polignano a Mare

 

Das Dasein ist im Sinne der Epik ein Meer. Es gibt nichts Epischeres als das Meer. Man kann sich natürlich zum Meer sehr verschieden verhalten. Zum Beispiel an den Strand legen, der Brandung zuhören und die Muscheln, die sie anspült, sammeln. Das tut der Epiker. Man kann das Meer auch befahren. Zu vielen Zwecken und zwecklos. Man kann eine Meerfahrt machen und dann dort draußen, ringsum kein Landstrich, Meer und Himmel, kreuzen. Das tut der Romancier. Er ist der wirklich Einsame, Stumme. Der epische Mensch ruht nur aus. Im Epos ruht das Volk nach dem Tagwerk; lauscht, träumt und sammelt.

 

(Walter Benjamin: Krisis des Romans. Zu Döblins »Berlin Alexanderplatz«)

 

Protestsong gegen die Errichtung von Ölplattformen vor der Küste Apuliens.


gesehen in Polignano a Mare
gesehen in Polignano a Mare

 

Am Ende des Tages fordere ich das Meer heraus, um zu sehen, wer tiefer ist.

 

(unbekannter Autor)

 

 

 

 


gesehen in Gallipoli
gesehen in Gallipoli

 

Brunnen mit der Inschrift: "Gewidmet den Menschen, die das Meer mehr liebten als das Leben."

 

 

 

 


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