Die Natur will uns zurück

 

"Man muss die Dinge eins nach dem anderen von der Klebrigkeit Berslusconis befreien."  Miquel Barceló

 

Gärten des Grauens

 

Vor kurzem hat jemand ein Buch mit dem Titel " Gärten des Grauens" ( in Deutschland) veröffentlicht. Das kann ich locker toppen, dachte ich mir, und bin einmal eine Runde im Dorf meiner Mutter gelaufen.

 

 

Wenn ich die Gestaltung eines Gartens als Spiegel "innerer Gärten", als Projektionsfläche innerer Wünsche nach Ordnung, Sauberkeit, Grenze sehe, dann wird vielleicht verständlicher, warum ich so einen Narren an wilden Wiesen in Apulien gefressen habe.

 

 

Heraklit: Schönheit als zufällige, natürliche Unordnung

 

"Alles fließt." sagt Heraklit. Thema seiner Philosophie war der natürliche Prozess ständigen Werdens und Wandels. Harmonie bestand für Heraklit nicht in der Ausschaltung von Gegensätzen, sondern darin, die Gegensätze ( Ordnung und Chaos) zueinander in Spannung zu bringen.

 

Walt Whitman: Grasblätter

Dieser Spruch von Whitman hängt seit meiner -> ersten stürmischen Apulienreise (allein in undichten Minizelt) zur Erinnerung an meiner Pinnwand.

 

 

"Der Nacht, dem Sturm, Hunger, Spott, Unfällen, Niederlagen Widerstand leisten wie Baum oder Tier"

 

Ralph Waldo Emerson

"Adopt the pace nature. Her secret is patience."

 

Ein Wort über Reisefotografie

 

Leider verwandelt gerade die Reisefotografie viele Orte in aalglatte Konsumklischee. Da muss ich mich auch an der eigenen Nase fassen. Viele Bilder auf diesem Blog sind mir eigentlich zu glatt. Deshalb muss ich ab und zu mal - wie hier - andere Bilder dazwischenschalten, das heißt z.B. die Regeln des guten Bildaufbaus (goldener Schnitt)  ignorierend, leicht unscharf, ohne Korrektur des Kontrasts oder der Belichtung.

 

"Man muss die Dinge eins nach dem anderen von der Klebrigkeit Berslusconis befreien."  Wer mal italienisches Fernsehen gesehen hat, wird vielleicht verstehen, was der spanische Maler Miquel Barceló mit diesem Satz meinte. Man stelle sich dagegen vor meint John Berger, wie die Dinge (Orte, Strände, Felsen, Bäume und Wiesen) ihre Freiheit von der visuellen Manipulation zurückfordern und das elementare Fließen von Leben und Tod (oder wenigstens Wind und Wetter) in den Bildern wieder spürbar wird.