Die Natur will uns zurück - Das Wilde sein

 

Warum sie nicht nur für Bienen, sondern auch Menschen so wichtig sind: wilde Wiesen. In Apulien gibt es sie noch.

 

Heraklit: Schönheit als zufällige, natürliche Unordnung

 

"Alles fließt." sagt Heraklit. Thema seiner Philosophie war der natürliche Prozess ständigen Werdens und Wandels. Harmonie bestand für Heraklit nicht in der Ausschaltung von Gegensätzen, sondern darin die Gegensätze ( Unordnung und Chaos) zueinander in Spannung zu bringen.

 

Walt Whitman: Grasblätter

 "Der Nacht, dem Sturm, Hunger, Spott, Unfällen, Niederlagen Widerstand leisten wie Baum oder Tier"

 

Der Spruch von Whitman hängt seit meiner ersten stürmischen Apulienreise (allein in einem Minizelt) zur Erinnerung an meiner Pinnwand. Mit dem Verschwinden der Wildwiesen in Deutschland geht etwas ganz Elementares verloren. Wer, wenn nicht die Natur, sollte uns noch an das erinnern, was wir an Widerständigem in uns tragen?

 

Ralph Waldo Emerson

"Adopt the pace nature. Her secret is patience."

 

 

Im Zuge der Klimadiskussion wird gerade in einigen Zeitungen der Sinn und Unsinn des Reisens diskutiert. "Bleibt verdammt nochmal zu Hause" titelt z.B. -> "Die Zeit" ( Juli 2019) und weiter heißt es: "Flugscham reicht nicht. Reisescham ist angebracht." Der Artikel endet mit der Behauptung, Tourismus schade nicht nur der Umwelt, er mache die Welt insgesamt zu einem musealen Ort und eine Kultur ließe sich besuchend nicht erfahren.

 

Ich bleibe nicht zuhause! Ich fahr weiterhin in die Fremde,  lass mich verzaubern, erschrecken oder befremden.  Mehr zu dem Thema findet ihr in dem Artikel ->Reisen kann Gefühle von Fremdheit auslösen .

 

Über Reisefotografie

 

Leider werden in der Reisefotografie die meisten Orte in aalglatte Konsumklischee verwandelt. Da muss ich mich auch an der eigenen Nase fassen. Viele Bilder auf diesem Blog sind mir eigentlich zu postkartenähnlich. Deshalb muss ich ab und zu mal - wie hier - andere Bilder dazwischenschalten, das heißt z.B. die Regeln des guten Bildaufbaus (goldener Schnitt)  ignorierend, leicht unscharf, ohne Korrektur des Kontrasts oder der Belichtung, denn...

 

... "man muss die Dinge eins nach dem anderen von der Klebrigkeit Berslusconis befreien."  Wer mal italienisches Fernsehen gesehen hat, wird vielleicht verstehen, was der spanische Maler Miquel Barceló mit diesem Satz meinte. Man stelle sich dagegen vor, wie die Orte, Strände, Felsen, Bäume und Wiesen ihre Freiheit von der visuellen Manipulation zurückfordern und das elememtare Fließen von Leben und Tod oder wenigstens Wind und Wetter in den Bildern wieder spürbar wird.