Kultur und Traditionen Apuliens

 

Das Meer und Apulien bietet einen Überblick über die mehrere tausend Jahre alte, vielfältige Kultur und Geschichte Apuliens. Dazu gehören ->antike Grabvasen und Museen ebenso wie ->apulisches Kino, Musik wie ->Pizzica und Tarantella, Kunst, ->Feste (Patronatsfeste und Sagre), sowie andere ->Traditionen Apuliens.

 

Oft wird gesagt Apuliens Kultur bewegt sich zwischen Antike und Moderne. Was heißt das eigentlich genauer? (Aus einem Text von Dirk Becker "Wozu Kultur")

 

Antike Kultur

 

Antike Kultur meinte immer Kultur von etwas. Agrikultur bedeutete kultivierender Umgang von Land und Boden. Cultura animi war der übende Umgang mit Geistesfähigkeiten (Philosophie). Cultura dolorum war eine Kultur der Schmerzen, des Leidens, der Erlösung (christlicher Glaube).

 

Ganz allgemein gesprochen könnte man sagen „Kultur“ bedeutete so viel wie ein pflegender Umgang mit etwas, von dem der Mensch hofft, dass es wächst, wissend ,dass er nicht alle Faktoren kontrollieren kann. Weder kann er das Wetter beeinflussen noch den Willen Gottes. Daher beinhaltete Kultur Akte der Verehrung, des Bitten, Beten und Hoffens. Der Kulturarbeiter der Antike war vor allem der Priester, der dem Menschen klarmachte, wie wenig er sein Schicksal in der Hand hat und wie trickreich er es einrichten muss, wenn er es mit den Göttern zu tun bekommt.

 

Moderne Kultur

 

Im 17. Jahrhundert verliert die Kultur ihren Genitiv und wird zu etwas Eigenständigem. Kultur wird gleich Zivilisation, in der der Mensch nicht mehr an die Notwendigkeiten der Natur gebunden ist, sondern sein Schicksal selbst in der Hand hat. Wichtig für den modernen Kulturbegriffs ist der Vergleich der Lebensumstände: zwischen den Menschen, zwischen verschiedenen Regionen, aber auch historisch. der moderne Mensch stellt sich Fragen wie: wer glücklicher ist: der Naturmensch oder der Kulturmensch. Was wurde im Vergleich zu früher gewonnen, was verloren? Der Priester weicht der Aufklärung, der Kulturarbeiter ist jetzt der Intellektuelle.Wenn das Risiko beim Vergleich zu verlieren hoch ist, wenn es um Identitätsbehauptung geht, dann ist die Nation die geeignete Bewaffnung der Kultur für die Zwecke des Vergleichs.

 

Postmoderne Kultur

 

Die postmoderne Kultur ist eine Kultur der Irritation, der es aber um Korrektur geht. Sie wird oft auf den Nenner Beliebigkeitserfahrung gebracht, nach dem Motto: alles ist möglich, aber es ändert sich nichts an den Verhältnissen. Der Kulturarbeiter wird zum Spieler, der sich am Programmierer misst. Nur die Programmierer kennen die Codes. Der Kulturarbeiter misstraut allem und jedem, überall wittert er ein Medium, das die Möglichkeiten der Kommunikation festgelegt hat. Jedem Sinn wird misstraut, jede Wahrheit hinterfragt . Überall bricht der Glaube an Objektivität und Rationalität zusammen, stattdessen werden Mythologien, Narration, Bilder gepflegt. Prognose: Kulturarbeit wird wenig mit Kulturen der Verehrung, wenig mit Riten der Kritik, sondern mit Kampf um die Kontrolle der Codes und dem Disneyworld des Imagineering zu tun haben.