Sorry, den Artikel über Madonnen, Ikonen und Heiligenverehrung findet ihr jetzt neu überarbeitet ->hier.

Padre Pio



Padre Pio: ein umstrittener Heiliger

 

Sichtbar verehrt wird auch Padre Pio, ein in Apulien wirkender Kapuzinermönch, der im Jahr 2002 heilig gesprochen wurde.

 

Angeblich zeigten sich 1910 erstmals Stigmata an seinen Händen, die die Kirche auf das Nachempfinden der Leiden Christi zurückführte. Das Kloster von San Giovanni Rotondo wurde daraufhin zu einem Pilgerort.

 

Padre Pio war jedoch auch innerhalb der Kirche umstritten, nicht nur aufgrund der Zweifel an der Echtheit der Stigmata. Man warf ihm intime Beziehungen zu Frauen und die Unterstützung der faschistischen Bewegung vor. Trotz aller Skepsis und der Kritik an der Kommerzialisierung seiner Person nahmen 1968 an seiner Beerdigung fast 100 000 Menschen teil und bei seiner Seligsprechung 1997 war der Petersplatz zu klein für die Gläubigen. Sein Grab und die Kirche San Pio da Pietrelcina von Architekt Renzo Piano befinden sich in San Giovanni Rotondo. Der Gedenktag Padre Pios ist der 23. September.

 

 



Öffentliche Trauer

 

Wie wir den Tod sehen, hat Auswirkungen auf unseren Umgang mit Trauer, und unsere Art zu Trauern hat wiederum Einfluss auf unser Erleben des Todes. In Apulien habe ich öfter beobachtet, wie Särge von Verstorbenen in einem Trauermarsch unter Begleitung einer Musikkapelle in die Kirche getragen wurden. Bei uns geht das in der Regel diskreter zu, als wolle man niemanden mit dem Anblick der Toten belästigen.

 

Auch Todesanzeigen werden in Apulien nicht nur in Zeitungen gedruckt, sondern an gut sichtbaren Plätzen in den Dörfern bekannt gemacht.

 

 

Grabsteine auf Friedhöfen tragen nicht nur die Namen sondern meist auch Fotos der Verstorbenen. Die Toten haben ein Gesicht.

 

Mitten in einem Olivenhain bei Fasano habe ich diese kleine Gedenkstätte entdeckt. Bemerkenswert finde ich, wie der Tote hier quasi aus dem Jenseits den Vorübergehenden zum Verweilen und Beten auffordert.

 

 


 

Mein Freund!

Warum gehst du unbemerkt vorüber?

Verweile ein bisschen!

Ich bin Orlando Girolamo, der Elektriker.

Opfer der Pflicht. Ein Unglück hat mich aus dem Kreise meiner Lieben gerissen.

Mit nur 33 Jahren am 11.4.1947.

Betet für mich.


Es wird nicht mehr überall ganz so streng genommen, aber in Kirchen sollten Schultern und Knie bedeckt seien und man sollte sich nie über die Kirche oder den Glauben der Menschen lustig machen (auch wenn einige Apulier, das manchmal selbst tun).

 

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