Die weißen Städte: Ostuni, Locorotondo, Monopoli und Carovigno


 

Griechen, Byzantiner und Araber haben die Architektur der Dörfer und Städte in Apulien geprägt. Vielleicht wirken sie deshalb so märchenhaft wie aus 1001 Nacht.

 

 

In Zeiten der Reizüberflutung heißt eine Design-Regel: "Bei der Gestaltung einer Webseite, eines Flyers oder Posters sollte man viel weißen Freiraum, lassen, damit das Auge auf die Reise gehen kann." Genauso kommen mir Apuliens Städte und Dörfer vor.

Sie sind nicht bunt wie in anderen Gegenden Italiens, sondern sandsteinfarben oder weissgekalkt wie in Griechenland. Vor diesem Weiß kommen nicht nur alle anderen Farben umso intensiver zum Leuchten, im Laufe des Tages verändert sich fast unmerklich das Licht auf den Mauern der Häuser: in der Morgensonne erscheint alles blass, zart, bläulich. In der Mittagssonne werden die Farben kräftiger, die Kontraste größer und die Schatten kürzer. Am Nachmittag wird das Licht wärmer und selbst am Abend sind die weißen Städte nicht dunkel, sondern scheinen aus sich selbst heraus zu leuchten.

 

Ostuni

 

Kurzinfo: Ostuni wird die „Weiße Stadt“ genannt, obwohl fast alle Orte in Apulien aus hellem Stein und weiß gekalkt sind. Ostuni leuchtet aber wie eine Fata Morgana in der Sonne und ist von der Küste aus weithin zu sehen, denn es liegt auf einem Hügel einige Kilometer entfernt vom Meer.

In der Mittagssonne wirkt Ostuni tatsächlich gleißend weiß, aber auch Abends sind die Lichter bis ins 20 Kilometer entfernte Monopoli zu sehen. Ostuni ist eher eine Kleinstadt als ein Dorf und die Altstadt geht fast nahtlos in die Neustadt über. Den Mittelpunkt bildet die Piazza della Liberta mit zahlreichen Cafes, Restaurants und einigen Souvenirläden, aber drei Gassen weiter hat sich der Rummel verlaufen (zumindest noch Mitte Juni). Sehenswert ist der Panoramablick am Rande der Altstadt und die Kathedrale.

 

 


Locorotondo

 

Kurzinfo: Locorotondo hat auf den ersten Blick nichts Spektakuläres: eine große Kirche zwar, aber keine Kathedrale, keinen Corso, nicht mal eine große Piazza. Scherzhaft nennen einige Bewohner die Straße, die die kreisförmig angelegte Altstadt umrundet, „lungomare“ (Seepromenade), obwohl das Meer fast 15 Kilometer weit entfernt ist. Dafür gibt es einmal in der Woche einen großen Markt und die Altstadt gehört mit zu den hübschesten Dörfern Italiens. Leider war ich nie bei Sonnenschein hier, aber ich finde selbst in der Dämmerung und im Nieselregen hat Locorotondo noch Charme. Locorotondo ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge ins ->Itriatal und selbst im Hochsommer weht hier ständig eine frische Brise.

 

 


Monopoli

 

Monopoli heißt übersetzt "die einzige Stadt" und ist mein absoluter Lieblingsort in Apulien. Während das benachbarte ->Polignano a Mare oft etwas überlaufen wirkt, scheinen die meisten Touristen Monopoli unverständlicher Weise links liegen zu lassen. Monopoli hat knapp 50.000 Einwohner und eine hübsche Altstadt, groß und verwinkelt genug, um sich ein bißchen darin zu verlieren. Ihr könnt die Altstadt aber auch von der porta vecchia aus am Meer entlang umrunden, vorbei am Castello Carlo V bis in den wirklich malerischen kleinen Hafen, der nur von Norden her mit dem Auto zu erreichen ist. Ich liebe es, hier am Hafen auf einer der Bänke zu sitzen und die schaukelnden Fischerboote zu beobachten.

Vom Hafen aus gelangt man durch einen Torbogen auf eine kleine Piazza, an der sich Cafes, Restaurants und ein kleines Hotel befinden. In der Altstadt gibt es eine Kathedrale und mindestens 15 kleinere Kirchen. Empfehlenswert sind das Cafe Roma (caffè, Eis und dolce) in der Nähe des Rathauses und des Touristenbüros. Tagsüber fast verschlafen verwandelt sich der lungomare in Monopoli abends in eine echte Flaniermeile.

Aber auch die Neustadt ist sehenswert. Hier gibt es viele Geschäfte und Boutiquen, die zum Shoppen einladen. Die kleinen schachbrettartig angelegten Straßen sind von Oleanderbäumen gesäumt und haben sehr viel Flair.

 

Monopoli hat einen kleinen Strand direkt vor der porta vecchia und wenn ihr nach Süden am Meer entlang wandert, findet ihr eine ->kleine Sandbucht nach der anderen.

Oh, ich muss aufhören, ich kriege gerade ganz schlimmes Fernweh.

 

Carovigno