Ein größeres Schiff und eine neue Weltkarte

 

" Wir werden ein größeres Schiff brauchen" sagt Captain Brody in Der weiße Hai , nachdem er dem Monsterfisch ins Maul und vielleicht ins Auge gesehen hat.

 

Ich habe im letzten Herbst einen Artikel mit dem Titel -> "Die goldene Insel" bei Rubikon veröffentlicht, in dem ich über Franco Cassanos Mittelmeerutopie berichtet habe, über Weisheit und über Utopien.

Inzwischen ist viel passiert. Deutschland und Italien haben neue Regierungen und bei meinem letzten Besuch in Apulien habe ich gesehen, dass der Tourismus boomt und Einheimische langsam aus den Altstädten verdrängt. Das Flüchtlingsschiff Aquarius durfte heute nicht in Italien an Land gehen usw.

 

Schlimm genug - aber fast harmlos gegen den Wahnsinn in der restlichen Welt. Ich habe diesen Blog hier begonnen, weil ich mich etwas Schönem beschäftigten wollte, weil ich die Nachrichten, diesen Aufmarsch an Katastophen, an die wir uns nach und nach gewöhnen und für die es scheinbar keinen Ausweg gibt, etwas entgegensetzen mußte.

 

Auf dem Weg zu einem Jobcoach, mit dem ich ein berufliches Profil erstellen will, finde ich auf der Straße zwei Bücher: "Die Odyssee - die besten Fotos von National Geographic" und ein Buch von John Berger. Auf dem Cover steht: "Und ganz unerwartet bekräftigt der Austausch zwischen uns unsere Überzeugung, dass heute etwas mit der Welt geschieht, das falsch ist, und dass vieles, was man darüber hört, eine Lüge ist. Nie habe ich ein Buch mit solcher Dringlichkeit geschrieben." John Berger ist vor kurzem gestorben. Das Buch heißt: " Gegen die Abwertung der Welt".

 

Ich bin Geistes- und Kulturwissenschaftlerin und Kultur ist für mich mehr als 40 Minuten Kulturzeit im TV, Kino, Konzert oder Theater. Kultur kann Orientierung, Zugehörigkeit, Halt geben. Darauf werde ich mich auf der neuen Seite" Utopia" über die Grenzen von Apulien hinaus beschäftigen. Mein Artikel bei Rubikon endet mit den Worten " Kein Mensch ist eine Insel". In einer globalisierten Welt ist die Möglichkeit einer Insel oder Region, die sich ihre Eigenart bewahrt, auf ein Minimum geschrumpft. Aber:

"Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient nicht mal einen flüchtigen Blick, denn ihr fehlt das Land, das die Menschheit seit jeher ansteuert."

 (Oscar Wilde)

 

Auf dem Weg zur Currywurstbude finde ich obigen Fisch an der Häuserwand. Gucken wir uns die Schwanzflosse mit der imaginären Landkarte genauer an:

 

dream land, human history map, conscience island, serenety island, business road, where are you? crazy world

 

Ich fange die Rubrik Utopia neu an oder soll ich sie stella maris nennen?

Stella maris (lateinisch Stern des Meeres, auch Maris stella) ist eine Anrufung Marias. Unter dieser Anrufung ist sie die Schutzpatronin der Seeleute und symbolisiert den rettenden Stern, der dem Nautiker die Richtung weist.

 

 

Ein rettender Stern, ein größeres Schiff, eine neue Landkarte... mit mehr Hoffnung, mehr Utopien, mehr Träumen, mehr Dialog, mehr Orientierung, mehr Halt. Wie wäre es mit einer Kulturgeschichte der Utopien, Atopien, Dystopien ?