Anders Reisen in Apulien

 

Seit meiner ersten Apulienreise 2014 hat sich einiges verändert. Inzwischen boomt der Tourismus und wenn ich mir die aktuellen Preise 2026 für Übernachtungen selbst in der Nebensaison ansehe, wird mir schlecht. Eigentlich müsste ich eine Recherche machen, wo und wie Normalsterbliche überhaupt noch reisen können. Nichts desto trotz hier ein paar Ideen, wie anders reisen aussehen könnte.



Reisevisionen 2040 von Italia che cambia

 

Die italienische non-profit Webseite " Italia che cambia" ( Italien im Wandel) stellt ihre Visionen eines zukünftigen Tourismus vor: "Tourismus bedeutet Reisen, Wissen, Verantwortung, Kultur. Ein Tourismus für alle, verantwortungsbewusst, ethisch, nachhaltig, gemacht von bewusst Reisenden und vorgeschlagen von einem Netzwerk von Betreibern, die in Werten, Image und operativer Synergie vereint sind."  Italia che cambia erzählt, kartiert und vernetzt diejenigen, die einen positiven Wandel in Richtung größerer Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher, sozialer, ökologischer und kultureller Gerechtigkeit bewirken. (Italia che cambia ist ein Verein und eine eingetragene Zeitung, mehr dazu hier -> Italien im Wandel)

 

 

Als  Reiseplattformen, die die Visionen 2040 umsetzen, werden bei Italia che cambia aufgelistet:

Destinazione Umana

 

Die Idee von Destinazione Umana ist nicht zu fragen: wohin willst du reisen, sondern wen willst du kennenlernen?  Die Reisen sollen dazu anregen, einen Weg der Veränderung und des persönlichen Wachstums einzuschlagen. Veränderungen machen uns Angst und geben uns das Gefühl, allein zu sein: Aus der Begegnung mit den Geschichten und Erfahrungen derer, die dies bereits getan haben, können wir den Mut schöpfen, unser Leben zu verbessern. "Wir lieben Italien, sein unendliches Erbe an Schönheit, seine abwechslungsreiche Natur, den unglaublichen Schatz antiker Traditionen, die wie Teile eines Puzzles unsere Einzigartigkeit ausmachen. Ziele weit weg vom Massentourismus, hin zu Orten mit authentischem und "menschlichem" Charakter. Kleine Dörfer, von Entvölkerung bedrohte Gebiete im Landesinneren Italiens, Länder, die ihre Türen öffnen, damit Sie sich wirklich willkommen fühlen." So heißt es in der Selbstdarstellung. Außerdem im Fokus stehen Reisen für Frauen. Für Apulien habe ich aktuell aber leider kein Angebot gefunden.

 

Gelebte Utopien in Apulien

 

Ebenfalls auf der Plattform von Italia che cambia habe ich diese beiden Orte gelebter Utopien in Apulien gefunden: die antikapitalistische Kommune "Urupia" im Salento und das Ökodorf "Il giardino della gioia".

Das Ökodorf  "Il Giardino della Goia"

 

Il Giardino della Gioia ( Der Garten der Freude ) ist ein Ökodorf im Herzen des Gargano. 
Das Dorf fördert einen Lebensstil, der die Natur, die Menschen, die natürlichen Kreisläufe und alle Wesen respektiert, in einer Vision des inneren Wachstums und der spirituellen Verwirklichung durch einen Weg der Meditation und der Arbeit an sich selbst.

 

Es gibt zwei synergetische Gemüsegärten, 2 Komposttoiletten, ein Phytoreinigungssystem und ein Regenwassersammelsystem. Bei allen Projekten wurden so weit wie möglich lokale Naturmaterialien verwendet. Außerdem wurden etwa 200 Obstbäume gepflanzt, um die Oliven-Monokultur in einen reichen und vielfältigen, essbaren Garten umzuwandeln.

Der Garten ist offen für Besucher, die bereit sind, sich mit 5/6 Stunden Arbeit pro Tag (außer am Sonntag) zu beteiligen. Um im Garten leben zu können, muss man ein assoziiertes Mitglied werden (Jahreskarte 15€) und die Regeln der Gemeinschaft akzeptieren.
Während des Sommers wird um einen täglichen Beitrag im Austausch gegen Essen und einen Schlafplatz gebeten, da es tagsüber zu heiß zum Arbeiten ist.

 

-> Webseite Giardino della Gioia

 

 

Arbeiten in Apulien

 

-> WWOOF vermittelt weltweit Freiwillige in die ökologische Landwirtschaft und möchte Menschen verbinden, die einen naturverbundenen Lebensstil pflegen. Ihr arbeitet in der Regel ca. 6 Stunden pro Tag und erhaltet im Gegenzug freie Kost und Logis. Ich habe es einmal ausprobiert und war begeistert. -> mein Erfahrungsbericht

 

Andere Netzwerke, die Hilfstätigkeiten im Ausland vermitteln, sind zum Beispiel:

->workaway.info

->helpx.net

 

Italienisch lernen in Apulien

 

Das italienische Sprach- und Kulturinstitut Porta d´Oriente bietet Italienischkurse im Salento ( Otranto, Lecce, Galiipoli) . Zum Angebot gehören auch Unterkünfte, geführte Touren, Kulturelles. Alle Infos auch auf deutsch, sowie ein Überblick über die schönsten Strände im Salento.  -> Porta d´Oriente