Das Meer und Apulien ist ein Non-Profit-Reiseblog, der Brücken zwischen der Kultur des Südens und des Nordens bauen möchte. Er ist vom mediterranen Denken inspiriert.

Land und Leute

Apulien hat wie ganz Süditalien mit einer Reihe von Vorurteilen zu kämpfen (Mafia, Faulheit, selbstverschuldete Armut, katholische Frömmigkeit ect..). Vorurteile und Stereotypen sind nicht per se schlecht. Sie helfen erstmal sich zu orientieren und damit Unsicherheit und Bedrohungen abzuwehren.. Die Gefahr besteht allerdings darin, dass negative Vorurteile neue Erfahrungen verhindern. Für viele Menschen genügt es, jemanden anhand von wenigen Merkmalen als Deutschen oder Italiener zu identifizieren und dann weitreichende Schlüsse auf dessen Charaktereigenschaften zu ziehen.

 

Deutsche neigen dazu,  Italiener im allgemeinen als  unzuverlässig,  sprunghaft und unberechenbar  anzusehen. Süditaliener werden dazu oft als fromm, kriminell und faul eingeschätzt. Selbst Norditaliener bezeichnen Süditaliener noch gerne als terroni (Erdfresser ) oder africani.

 

Das wirksamste Gegenmittel gegen Vorurteile ist ein kultureller Perspektivwechsel, d.h. der Versuch, die Welt aus den Augen der anderen zu sehen. Dafür muss man an bißchen was über die fremde Kultur und ihre Geschichte wissen. Und das kann eine Befreiung, ein Urlaub von der eigenen Weltsicht sein.

 

Ein kurzer Überblick über ->die Kultur Apuliens.

 

"Filme sind eine Aufforderung, sich von Gewissheiten zu lösen und jemand anderes zu werden, auch wenn dieser jemand uns befremdet." meinte Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter der Berlinale 2020. "In Zeiten, in denen das Ich ideologisch, religiös und als Identitätsgarant immer mehr in den Vordergrund drängt, sollten wir nicht vergessen, dass die Bildwelt des Kinos anders als die Bildwelt der Werbung immer auf eine Gemeinschaft zielt."

Auch deshalb gibt es keine Werbung auf Das Meer und Apulien. Stattdessen zwei Artikel über das italienische, insbesondere apulische Kino. Selbst, wenn ihr die Filme nie seht, bekommt ihr durch die Artikel einen Eindruck, welchen Blick die Filmemacher auf Italien und die Welt haben.

 

-> Kino aus Apulien und dem Mezzogiorno

 

-> Italienisches Kino bei der Berlinale 2020

 

Gegen das schlechte Image Italiens auch im eigenen Land engagiert sich die PlatformItalia che cambia ( Italien im Wandel ) . Hier sind  diejenigen vernetzt, die von Italien aus  an einem positiven Wandel für größerer Nachhaltigkeit, wirtschaftliche, soziale, ökologische und kulturelle Gerechtigkeit arbeiten. Italia che cambia ist ein Verein und eine eingetragene Zeitung. Die Geschichte, Vision für 2040 und Prinzipien auch für den Tourismus habe ich hier zusammengefasst: -> Italia che cambia

 

 

 

 


Auswahl an Artikeln über Land und Leute

Ziuccio Pontrelli

 

Ziuccio Pontrelli erzählt von der Festa di San Trifone. Es ist die Königin der Patronatsfeste in Apulien und lockt jedes Jahr zigtausende Besucher nach Adelfia. Ziuccio war 20 Jahre lang Mitglied des Festkomitees von San Trifone. Das Fest bedeutet für ihn die Welt, hat er mir letztes Jahr erzählt.

Die Insel des Eremiten

 

Meine letzte Reise ist ein gutes Beispiel dafür, wie ich mit gut gemeinten Ratschlägen voll ins Fettnäpfchen getreten bin und das erst im nachhinein begriffen habe. Denn man kann noch soviele Bücher lesen... wenn man Geschichte(n) von Menschen erzählt kriegt, spürt man erst was es wirklich bedeutet. mehr

Apulien für Anfänger

 

"Ist Ihnen schonmal aufgefallen, dass die Italiener alle aussehen, als hätten sie gerade Sex gehabt?" so schildert Michael Moore seinen ersten Eindruck von Italien in dem Film "Where to invade next." Über das Leben mit allen Sinnen, katholische Kommunisten und andere Klischees.  mehr

 


Von Menschen und Bäumen

 

 

Olivenbäume sind das Wahrzeichen Apuliens und jahrhunderte alte Zeugen einer Geschichte von Invasionen, die auch zur kulturellen Vielfalt und Toleranz in Apulien beigetragen haben .
Die Städte und Dörfer sind ein Spiegelbild des multikulturellen Gemischs, das im Laufe der Jahrhunderte Apulien bevölkert hat.

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Vier Wochen bei einem Bauern im Itriatal

 

Eine meiner anstrengendsten und schönsten Reisen nach Apulien. Anstrengend nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Kälte im März. Schön, weil ich soviel über Land und Leute aus erster Hand erfahren habe. mehr


Machos, Chauvis, Latin Lover

 

Mit sechs Wochen mein bis dahin längster Aufenthalt in Apulien und der erste echte Kulturschock, denn ich bin plöztlich in einer Männerwelt gelandet und komme damit gar nicht klar.

Über Madonnen, Machos, Bummelstreik und Wahlkampf.

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Italien: die Wahl, die Moral, die Mafia, der Nord-Süd Konflikt

Fast immer ist der erste Kommentar zu Artikeln, die ich über das Mediterrane Denken bekomme: " Aber die Süditaliener sind doch alle so fromme Katholiken - das kannst du doch nicht gut finden. Und was ist mit der Mafia?"

Diesen Artikel habe ich vor den Wahlen am 4. März 2018 geschrieben. Da er sich aber auf die historischen Hintergründe konzentriert und um einen Perspektivwechsel bemüht, ist er immernoch sehr "aktuell." ...mehr