Das Meer und Apulien ist ein Non-Profit-Reiseblog, der Brücken zwischen der Kultur des Südens und des Nordens bauen möchte. Er ist vom mediterranen Denken inspiriert.

Land und Leute

 

Nur wenige Menschen reisen heute noch mit dem Ziel, Land und Leute zu entdecken. Verständlich, weil es Zeit braucht und schwer zu organisieren ist. Erinnerungen an den Strand sind oft schnell vergessen, Erinnerungen an Menschen dagegen bleiben - manchmal ein Leben lang.

 

"Schweigsam, finster, und unfreundlich sei die Bevölkerung Apuliens,"  lese ich in einem Apulienreiseführer von 1989. "Den Apuliern fehlt die Grazie der Florentiner und die Beschwingtheit der Neapolitaner. Apulien wird nie Touristenland werden, weil der Apulier sich durch ein Jahrhunderte altes Misstrauen gegenüber allem Fremde auszeichnen und die Kraft der Beharrung ein Hauptmerkmal dieser bäuerlich geprägten Region sei."

 

Da hat sich Rolf Legler, dessen "Kunstreiseführer Apulien" ansonsten sehr lesenswert, ist aber ziemlich vertan. Er selbst warnt inzwischen vor Apulien, weil es süchtig macht, war schon 50 mal in Apulien und hat viele Freunde gefunden. Seine Warnung kann ich nur bekräftigen. Es kann passieren, dass man die Welt mit anderen Augen sieht, wenn man nach Apulien reist. Ich habe mich immer gefragt, was diese Floskel eigentlich bedeuten soll. Wenn ich verreise, sehe ich was Anderes, aber ich hab doch keine anderen Augen. Das passiert nur, wenn ich die Welt aus den Augen Anderer betrachte und das wiederum nur, wenn ich Land und Leute kennenlerne.

 

Inzwischen boomt der Tourismus in einigen Teilen Apuliens. Die Auseinadersetzung mit Fremden, Einwanderern und Eroberern ist seit 4000 Jahren ein Grundmotiv der ->apulischen Kultur.

Apulien für Anfänger

 

"Ist Ihnen schonmal aufgefallen, dass die Italiener alle aussehen, als hätten sie gerade Sex gehabt?" so schildert Michael Moore seinen ersten Eindruck von Italien in dem Film "Where to invade next."

Über das Leben mit allen Sinnen, katholische Kommunisten und andere Klischees.  mehr

 


Adelfia, Trani, Polignano

 

Vier Tage - kein Programm. Was man spontan mit einem einheimischen Reiseleiter alles erleben kann!  Ein Fünf Sterne Urlaub, weil es das ist was ich neben Strand und Sightseeing suche: Begegnungen.

Nebenbei habe ich viel über Apulien erfahren und am Ende war auch mein Italienisch aufgefrischt....mehr


Von Menschen und Bäumen

 

 

Olivenbäume sind das Wahrzeichen Apuliens und jahrhunderte alte Zeugen einer Geschichte von Invasionen, die auch zur kulturellen Vielfalt und Toleranz in Apulien beigetragen haben .
Die Städte und Dörfer sind ein Spiegelbild des multikulturellen Gemischs, das im Laufe der Jahrhunderte Apulien bevölkert hat.

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Vier Wochen bei einem Bauern im Itriatal

 

Eine meiner anstrengendsten und schönsten Reisen nach Apulien. Anstrengend nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Kälte im März. Schön, weil ich soviel über Land und Leute aus erster Hand erfahren habe. mehr


Carovigno

 

Mit sechs Wochen mein bis dahin längster Aufenthalt in Apulien und der erste echte Kulturschock, denn ich bin plöztlich in einer Männerwelt gelandet und komme damit gar nicht klar.

Über Madonnen, Machos, Bummelstreik und Wahlkampf in Carovigno. mehr


Italien: die Wahl, die Moral, die Mafia, der Nord-Süd Konflikt

Fast immer ist der erste Kommentar zu Artikeln, die ich über das Mediterrane Denken bekomme: " Aber die Süditaliener sind doch alle so fromme Katholiken - das kannst du doch nicht gut finden. Und was ist mit der Mafia?"

Diesen Artikel habe ich vor den Wahlen am 4. März geschrieben. Da er sich aber auf die historischen Hintergründe konzentriert und um einen Perspektivwechsel bemüht, ist er immernoch sehr "aktuell." ...mehr

 


Reisen zu Land und Leuten

 

Nach meinem ersten Badeurlaub in Apulien war mir klar: ich will mehr über dieses Land wissen! Ich hab mir eine Auszeit genommen, um in der Landwirtschaft zu arbeiten und Italienisch zu lernen. Seitdem komme ich immer gerne wieder, mal mit dem Zelt, mal miete ich eine Ferienwohnung.. Ich hätte Apulien nie so kennen und lieben gelernt, wenn die Apulier es mir nicht auf ihre Weise gezeigt hätten. Sie kennen die schönsten Plätze, besten Pizzerien und geheimsten Strände. Und sie haben mir das alles gezeigt mit einer Mischung aus Enthusiasmus, Stolz über die Schönheit des Landes und augenzwinkerndem Humor über die manchmal etwas chaotischen Zustände in Italien. Ganz nebenbei hab ich dabei nicht nur viel über Apulien gelernt, sondern auch über mich selbst.

 

In der Altstadt wohnen

 

Übernachtet ihr in einer der Altstädte, seid ihr irgendwie schon mitten drin. Ihr hört die Geräusche der Kirchturmglocken, spielende Kinder, vorbeifahrende Mopeds. Wirklich laut ist es selten, denn für Autoverkehr sind die Gassen zu eng. Allerdings kann es schon mal passieren, dass eine kleine Kapelle am Fenster vorbeizieht, die eine Prozession ankündigt oder abends auf der Piazza um die Ecke ein Konzert stattfindet.

Im Sommer wird in vielen Orten Apuliens ein riesiges Kulturprogramm angeboten: Konzerte, Festivals, Kino und das meiste davon ist umsonst. Mein erste Reise nach Apulien sah so aus: tagsüber zu Fuß an Strand, abends durch die Gassen schlendern und staunen, wie sich der verschlafene Ort in eine lebendige Flaniermeile verwandelt. Die perfekte Mischung aus Entspannung und ein bisschen dolce vita.

 

Lokale Reiseanbieter, unkonventionelle Reisekonzepte

 

Viele Apulier sind Lebenskünstler und zum Glück auch sehr kreativ, wenn es darum geht, unkonventionelle, alternative Reisekonzepte zu entwickeln. Der lokale Reiseanbieter inpuglia bietet individuelle Touren, um die Kultur, Traditionen, Sitten und Gebräuche Apuliens kennenzulernen. Die Touren können je nach Zeit, Interesse, Anzahl und Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst werden. Man wählt einfach den Ort, den man sehen möchte, und das Essen, das man essen möchte. Übernachtet wird in alten Dörfern wie Conversano oder Adelfia, die vom Tourismus bisher kaum entdeckt sind. Adelfia ist ein Vorort von Bari, den man in keinem Reiseführer findet und sich deshalb viel Athmosphäre bewahrt hat. Es ist außerdem ein der idealer Ausgangspunkt, um Bari und die Provinz Terra di Bari zu erkunden. Ich selber habe mal einen 4-Tage Trip nach Adelfia gemacht: ich hab viel gesehen und es lief alles ganz spontan und ungezwungen.

 

-> mehr über diese Reise

 

Ein ähnliches Konzept wie inpuglia verfolgt auch apulia slowtravel: maßgeschneiderte Touren für kleine Gruppen oder Alleinreisende mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Kultur und Geschichte, Wein, Essen, Sport und Natur. Bei der Unterkunft könnt ihr wählen zwischen luxuriöser Masseria, Trullo oder Ferienanlage. Bei apulia slow travel habe ich mal nachgefragt, wie sie ihre Reisephilosophie beschreiben würden. Hier Pietros Antwort:

 

„Durch unsere Erfahrung als Reiseleiter merken wir immer, dass was den Gästen am meisten gefällt, jenseits der Schönheiten des Landes, ist eben das Menschentreffen auf Augenhöhe. Wir sind uns bewusst, dass das Menschliche und eine menschlische Beziehung aufzubauen, das ist, was die Gäste meist mit nach Hause nehmen.“

 

Es gibt bestimmt noch viel mehr solcher kleinen, lokalen Reiseunternehmen, die zeigen, dass es Alternativen zu den üblichen Verdächtigen in der Reisebranche gibt.

 

->mehr über unkonventionelle Reiseveranstalter

 

Airbnb: eine umstrittene Plattform für Individualtourismus

 

In Apulien habe ich mit Airbnb sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: bei manchen ist von der ursprünglichen Idee - Gastgeber zeigen Gästen ein bißchen ihre Stadt - nichts übrig geblieben. Reisende, die daran gar nicht interessiert sind, können nach meiner Erfahrung genauso gut und manchmal sogar billiger über andere Portale die gleichen Wohnungen mieten. Über manche Wohnungs-Bewertung oder Top-Angebot bei Airbnb mußte ich mich im Nachhinein schon ein bißchen wundern.

 

Es gibt aber auch Gastgeber, die ihren Gästen zumindest mit Rat und Tat zur Seite stehen oder gerne ihre Stadt zeigen. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht und sehr geschätzt. Ich weiß aber nicht, ob Airbnb dafür der einzige und beste Anbieter ist. (Eine billige Alternative wäre couchsurfing, was mir persönlich wahrscheinlich zu eng wäre).

 

Ecobnb

 

->Ecobnb wirbt damit, einen Tourismus zu fördern, der Natur, Wirtschaft und die örtliche Gemeinschaft respektiert. Die Platform befindet sich scheinbar erst im Aufbau und ich habe sie gerade erst gefunden, und daher noch nicht näher damit beschäftigt ( kommt noch).