Mediterranes Denken

 

 

Nach dem 1. Weltkrieg versuchten einige Philosophen wie Albert Camus Europa vom Süden aus neu zu Denken.  Iris Radisch meint, das sogenannte Mittelmeerdenken ist vielleicht die einzige Gesellschaftsutopie des 20. Jahrhunderts, die noch eine Zukunft hat. Franco Cassano, Soziologieprofessor aus Apulien, hat dieses Denken in den 90er Jahren wieder aufgegriffen.

 

Die Sichtweise des Mediterranen Denkens rückt das Mittelmeer geografisch wieder ins Zentrum der Landkarte. Dadurch wird aus einem Meer, das als blaue Grenze ein Land vom anderen trennt, ein Raum, der als Verbindung gedacht werden kann.

 

Das soll keine Rückkehr zur antiken Geschichte sein sondern zeigen, was das Mittelmeer heute wichtig macht:  Das Mittelmeer als Raum, der Völker bewegt und in Kontakt bringt, sowohl ihre Sprachen, Überzeugungen als auch ihre Vorstellungen von Zeit und Rhythmus. Andere Kulturen auf Rückständigkeit zu reduzieren ist eine Anmaßung, die der jeweiligen Tradition ihre Würde nimmt. Der Süden will keine Hilfe, sondern die Idee eines anderen Europas. Wichtige Autoren für Cassano sind u.a. Pier Paolo Pasolini, Albert Camus und Friedrich Nietzsche.

 

 

Der Artikel über Camus ist gerade in Arbeit ( Stand 24.03.2019). Alle Artikel, die sich dem Mediterranen Denken zuordnen lassen, findet ihr hier.

 


Was ist mediterrane Vernunft?

 

Was der Süden Italiens trotz aller Unterschiede mit Afrika, Asien, der Karibik und Lateinamerika gemeinsam hat, ist dass sie an der Peripherie der Nordatlantischen Kultur liegen und dass sie das Andere des Westens sind. Es sind Quellen anderer Archive an Werten und Traditionen wie Langsamkeit, Kontemplation, Geselligkeit und Gastlichkeit.

 


mehr lesen

Pasolini - Das erste Evangelium Matthäus

Er war Melancholiker, Provokateur, Kommunist, Filmemacher und aus heutiger Sicht ein Prophet. Erinnerungen an Pasolinis Film Das erste Evangelium Matthäus und das Verschwinden der Glühwürmchen.

 


mehr lesen

Italien-Wahl. Hintergründe des Nord-Süd-Konflikts

 

Mafia und Korruption, Kirche und Moral - in Italien und Deutschland. Versuch eines Perspektivwechsels und eine kurze Geschichte des mezzogiorno.

 


Taranto, 2017
Taranto, 2017
mehr lesen

Refugees Welcome: Willkommenskultur auf Apulisch

 

Ein paar Fundstücke, die ahnen lassen, das Willkommenskultur in Apulien tiefer verwurzelt ist als bei uns....

 

 


Taranto
gesehen in Taranto
mehr lesen

Franco Cassano und das Mediterrane Denken

 Ein Perspektivwechsel vom Süden aus.

 


mehr lesen