Tipps für Unterkunft, Bus und Bahn

 

Allgemeine Informationen zur Entwicklung des Tourismus, Übernachtungsmöglichkeiten in alten Dörfern, Masserien, Trulli oder auf Campingplätzen.

 

Lange Zeit wurde Apulien vom internationalen Tourismus links liegen gelassen oder sollte ich besser sagen verschont? Apulien? Wo liegt das überhaupt? Apulien liegt im äußersten Südosten Italiens und bildet sozusagen den Stiefelabsatz. Man könnte auch sagen, es liegt in einem der hintersten Winkel Italiens. Die Römer nannten es finis terrae, Ende der Welt. Die Provinzhauptstadt Bari ist eine wichtige Handels- und Hafenstadt und die Barockstadt Lecce das kulturelle Zentrum Apuliens, das auch Florenz des Südens genannt wird.

 

Ende der 90er Jahren wurde der Salento, der südlichste Teil Apuliens, aufgrund seiner geografischen Abgelegenheit, seiner traumhaften Strände und seiner einzigartigen Kulturlandschaft zum Rückzugsort der italienischen Linken, des sogenannten radical chic. Aber erst als die Billigfluglinie ryanair begann Bari anzufliegen, entdeckten auch Gäste aus den übrigen Teilen Europas Apulien.

Und weil manche Orte in Apulien so unwirklich schön sind wie eine Filmkulisse, wurde die Region auch beliebt als Drehort für Filme oder fast ebenso aufwendig inszenierte Hochzeiten. Diverse Vips und indische Multimillionäre benutzten Apulien als romantischen Kulisse für ihre Trauungen, für die sogar Elefanten eingeflogen wurden. Von Massentourismus und Bauboom im großen Stiel ist der Stiefelabsatz bisher aber verschont geblieben. Stattdessen investierte der von 2005 bis 2005 regierende Präsident Apuliens Nichi Vendola in Umweltschutz und nachhaltigen Tourismus.

 

Auf der offiziellen touristische Seite der Region Apulien findet ihr Informationen über die einzelnen Provinzen Apuliens, sehenswerte Orte, Events und Übernachtungsmöglichkeiten.

 

 

Alternative Übernachtsmöglichkeiten


Carovigno

 

Borghi Autentici d’Italia (Authentische Dörfer Italiens) ist ein Verband, in dem sich Dörfer aus unterschiedlichen Regionen Italiens zusammengeschlossen haben. Ziel des Verbandes ist es,  historische Bausubstanz , kuturelle Identitäten und Traditionen zu bewahren. Touristen können hier in das Dorfleben eintauchen und zu Teilzeit-Einheimischen werden, wie Enit Italia schreibt. Zum Verband gehören auch die sogenannten Alberghi Diffusi (verstreute Hotels), die sich meist in den Altstädten kleinerer Orte befinden. Zimmer, Restaurant und Rezeption des "Hotels" sind im Dorf verstreut, sodass der Ort zum eigentlichen Hotel wird.

 

 

Urlaub in der Natur: der Agrotourismus

 

Agritourismus meint soviel wie Ferien auf dem Bauernhof und ist in Apulien sehr verbreitet. Die Urlauber erhalten hier Einblicke in den Alltag des Landlebens, werden mit regionalem Produkten oder hausgemachter Pasta verwöhnt und der Kontakt zu Tieren ist besonders für Familien mit Kindern reizvoll.

 

 

Masserien

 

Als Luxusvariante des Agrotourismo gilt die Übernachtung in einer Masseria. Die für Apulien sehr charakteristischen Masserien sind imposante herrschaftlich Gutshöfe, die im 15. Jahrhundert entstanden und sich später zu prächtigen Villen entwickelt haben. Zu ihren Grundelementen gehörte der Hof, Wohnungen für die Herrschaften und Arbeiter, Gerätespeicher, manchmal eine eigene Kapelle, Ställe, Ölmühlen, Wachtürme und Bollwerke gegen evtl. Angreifer. Masserien waren selbstständig wie kleine Dörfer und stehen meist abseits der Orte ziemlich versteckt in der Landschaft. Heute beherbergen sie Luxushotels oder Luxusrestaurants, einige betreiben auch Agrotourismus.

 

 

Trulli

Ebenso charakteristisch für Apulien aber noch berühmter als Masserien sind die Trulli, die besonders zahlreich im Valle d Itria zu finden sind. Früher wurden sie von Hirten und Kleinbauern als Viehställe und Geräteschuppen, später auch als Wohnungen genutzt. Als Hauptstadt der Trulli gilt Alberobello, das 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde und eine der Hauptsehenswürdigkeiten Apuliens darstellt.

 

Je nach Jahreszeit ist ->Alberobello touristisch sehr überlaufen. Viele Trulli wurden aber in den letzten Jahren auch zu wunderschönen Ferienwohnungen ausgebaut und befinden sich mit Ausnahme von Alberobello fast alle auf dem Land.

 

 


Trullo im Itriatal
Trullo im Itriatal

Agricampeggi

 

Wo fühlt man sich näher an der Natur als auf einem Campingplatz? Und wo lernt man am besten Menschen und andere Reisende kennen?

Die Sparvariante des Agrotourismo ist der Agricampeggio. Diese Campingplätze sind kleiner und familiärer als normale Campingplätze oder die riesigen Campingdörfer (meist inklusive Swimmingpool und Animationsprogramm), die vor allem im Salento und dem Gargano zu finden sind.

Ich habe in Gallipoli ein paar Nächte auf dem Agricamper Torre Sabea gezeltet. Der Platz ist liebevoll bepflanzt, gepflegt und der Platzwart sehr freundlich und hilfsbereit. Man schläft zwischen Oleander, Rosmarin, Eukalyptusbäumen und Kakteen, kann regionale Produkte probieren und kaufen. Wer sich ein bißchen mehr Luxus gönnen möchte, kann auch in einem Bungalow oder Luxuszelt nächtigen.

Allerdings ist die Lage an der felsigen Nordküste Gallipolis nicht sehr reizvoll und als Urlauber in der Vorsaison ohne Auto oder Fahrrad hat man das gleiche Problem wie auf vielen anderen Campingplätzen Apuliens: die Wege werden lang und die Versorgung schwierig. Deshalb sollte man das Mieten von Fahrrädern miteinkalkulieren ( ca. 5-10 Euro pro Tag).

 

 


 

 

Tipps für Camper und Backpacker: Prinzipiell ist die Hochsaison von Mitte Juni bis Ende August natürlich viel teurer als die Nebensaison und die Strände sind oft voll. Allerdings sind einige Campingplätze in der Nebensaison gar nicht geöffnet (oder: sie sind zwar geöffnet, aber nicht die Restaurants, Bars und kleinen Shops auf dem Campingplatz). Ebenso verkehren viele Buslinien, die die Orte mit der Küste verbinden, selten oder gar nicht. Das kann für Backpacker oder Touristen ohne Auto ein echtes Problem werden, vor allem wenn kein Fahrradverleih in der Nähe ist. Ich habe erlebt, dass Anfang September schlagartig Strandbars schließen und ich sehr weit gehen musste für meinen geliebten caffè. Am besten auf jeden Fall bei den Campingplätzen vorher anrufen, ob auch wirklich geöffnet ist.

 

 


Privatunterkünfte: Ferienwohnungen, Bed & Breakfast, airbnbn

 

Bed and Breakfast ist die private Variante der Idee, bei der Touristen Italien aus Sicht der Italiener kennenlernen können. Manchmal werden über das Bed and Breakfast auch Touren zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung angeboten. Die Gäste am eigenen Alltag teilnehmen zu lassen und die Ortschaften Abseits der Touristenpfade zu zeigen - das war auch das ursprüngliche Konzept von Airbnb, das in Apulien inzwischen verbreitet zu finden ist. Ob der Gastgeber dann tatsächlich vor Ort ist oder die eigene Wohnung nur zeitweise vermietet ist unterschiedlich.

 


Mit Bus und Bahn durch Apulien

 

Wenn ich in Apulien allein unterwegs war, dann meist mit Bus und Zug.  Im letzten Frühsommer wollte ich mir mal einen Mietwagen gönnen und mußte leider feststellen, dass das ohne Kreditkarte auf den eigenen Namen so gut wie unmöglich ist.

Die gute Nachricht ist: die Züge in Apulien sind nicht nur billiger, sondern auch pünktlicher als in Deutschland. Die 46 km lange Strecke von Bari Zentrum nach Monopli dauert 30 Minuten und kostet 3,20 Euro. Schnellzüge sind teurer. Gut ausgebaut und regelmäßig befahren ist die Strecke zwischen Bari und Lecce an der adriatischen Küste.

Während Polignano a Mare und Monopoli zu Fuß gut vom Bahnhof aus erreichbar sind, liegen z.B. Ostuni, Fasano und Carovigno nicht in Nähe des Bahnhofs, sodass man von hier aus nochmal den Bus nehmen muss oder ein Farhrrad mitnehmen sollte. In kleineren Orten wie z.B. Giovinazzo gibt es in der Vorsaison keine Taxen, in größeren Orten sollte man zumindest etwas Zeit einplanen, um ein Taxi zu rufen, denn meistens warten die nicht wie bei uns vorm Bahnhof, sind dann aber innerhalb von 10 Minuten vor Ort.

Die Regionalzüge verkehren zum Teil etwas unregelmäßig, meist nur bis 20.00 uhr und an Sonntagen gar nicht.  Es gibt aber auch ein gut ausgbeautes Busliniennetzt  (Pullman). Da müßt ihr euch in den Reisebüros oder Touristeninformationen allerdings ein bißchen durchfragen, wann und wo die abfahren. Die Tickets für die Bahn gibts an jedem Bahnhof, Tickets für den Bus gibt es in den Tabakläden (nicht im Bus).

Klingt vielleicht ein bißchen kompliziert, aber dafür kann man sich im Zug oder Bus wunderbar zurücklehnen und die Aussicht auf die Landschaft genießen.

 

Preise und Abfahrtzeiten Trenitalia

Preise und Abfahrtszeiten Ferrovie del Sud Est (regionale Züge und Buslinien)