Das Meer und Apulien ist ein Non-Profit-Blog, der Brücken zwischen dem Süden und dem Norden bauen möchte. Er ist der Idee des  -> mediterranen Denkens gewidmet.


Die Altstadt und der Mantel der Geschichte

 

Städte wie Barcelona, Dubrovnik oder Venedig erleben einen wahren Touristen-Boom. Was macht sie so beliebt? Ist es ihre Lage am Mittelmeer oder vielleicht der "Mantel der Geschichte"? Auch die historischen Altstädte Apuliens sind kollektive Kunstwerke und noch nicht ganz so überlaufen.

 


mehr lesen

Albert Camus: Mittelmeer, Mensch und Revolte gegen das Absurde

 

Die zehn Worte, die Camus für die wichtigsten seines Lebens hielt, waren: der Sommer, das Meer, die Welt, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Schmerz, die Erde, die Mutter.

 


Apulien, 2014
Apulien, 2014
mehr lesen

Basilikata - Reisen, Gedanken, Erinnerungen

 

Ich habe diesen wundervollen Blog gefunden, der demnächst als Buch mit dem Titel Matera, die Basilicata und ich - ein persönlicher und literarischer Reisebegleiter erscheinen wird. Ich habe den Autor Michale Mente gebeten, sein Projekt hier kurz vorzustellen.

 

mehr lesen

Matera 2019 Kulturhauptstadt Europas - Das Programm

 

Die 9000 Jahre alte Stadt Matera ist in diesem Jahr eine der beiden Kulturhauptstädte Europas. Eröffnung ist am 19. 1. 2019 unter dem Motto "open future". Die Themen lauten: Vergangene Zukunft, Kontinuität und Bruch, Reflexionen und Verbindungen, Utopien und Dystopien, Wurzeln und Wege. Ein Überblick über das Programm.

 


mehr lesen

Was ist mediterrane Vernunft?

 

Was der Süden Italiens trotz aller Unterschiede mit Afrika, Asien, der Karibik und Lateinamerika gemeinsam hat, ist dass sie an der Peripherie der Nordatlantischen Kultur liegen und dass sie das Andere des Westens sind. Es sind Quellen anderer Archive an Werten und Traditionen wie Langsamkeit, Kontemplation, Geselligkeit und Gastlichkeit.

 


mehr lesen

Pasolini - Das erste Evangelium Matthäus

Er war Melancholiker, Provokateur, Kommunist, Filmemacher und aus heutiger Sicht ein Prophet. Erinnerungen an Pasolinis Film Das erste Evangelium Matthäus und das Verschwinden der Glühwürmchen.

 


mehr lesen

Glücklich wie Lazzaro

"Glücklich wie Lazzaro" ist ein surreal schöner Film über Sklaverei, Landflucht und die (Un)möglichkeit, ein guter Mensch zu sein. Klingt absurd ? Das italienische Kino kann das.

 


mehr lesen

Am Meer entlang

 

Hauptsache Strand und Meer! Nebenbei entdeckt: Streetart in Monopoli, Streetfood in Polignano, Patronatsfeste und Höhlenkirchen bei Fasano.

 


mehr lesen

Museo Pino Pascali in Polignano a Mare

 

In Polignano a Mare befindet sich eines der besten Museen Italiens für zeitgenössische Kunst. Es ist dem aus Bari stammenden Arte-Povera Künstler Pino Pascali gewidmet.

 


Polignano a Mare
Polignano a Mare
mehr lesen

Die Spur des Emirs: Ein apulischer Roman.

 

Der Roman erzählt von den Traditionen und Legenden Apuliens und zeigt, dass die Zeit der arabischen Herrschaft nicht nur eine Zeit der Kriege, sondern auch des regen kulturellen Austauschs war. "Die Spur des Emirs" geift ein Grundmotiv der apulischen Geschichte auf: die Auseinandersetzung mit dem Fremden.

 


mehr lesen

Tarantismus: Ernesto de Martino im Land der Gewissensbisse

 

In vielen Kulturen versinnbildlicht die „wilde Frau“ einen wertvollen, natürlichen Aspekt von Weiblichkeit. In Mythen und Märchen wurden ihr die unterschiedlichsten Namen gegeben. Im spanischen heißt sie „rio abajo rio“ (Fluß unter dem Fluß), in Mexico „la loba“ (die Wolfsfrau), in Tibet ist es Dakini (eine tanzende Urkraft), die Navajos nannten sie Spinnenfrau. Und in Apulien ist es  die Tarantella, der Tanz der kleinen Spinne, der sie hervorlockt.

 


mehr lesen

Vier Fragen an Apulien-Reiseveranstalter

 

Keine Lust auf Stress oder Alleinreisen? Langsamkeit, Begegnung, gutes Essen stehen im Mittelpunkt dieser kleinen Reiseveranstalter.

 


mehr lesen

Italien-Wahl. Hintergründe des Nord-Süd-Konflikts

 

Mafia und Korruption, Kirche und Moral - in Italien und Deutschland. Versuch eines Perspektivwechsels und eine kurze Geschichte des mezzogiorno.

 


Taranto, 2017
Taranto, 2017
mehr lesen

Die unheimliche Schöheit religiöser Bilder

 

 


mehr lesen

Refugees Welcome: Willkommenskultur auf Apulisch

 

Ein paar Fundstücke, die ahnen lassen, das Willkommenskultur in Apulien tiefer verwurzelt ist als bei uns....

 

 


Taranto
gesehen in Taranto
mehr lesen

Zeitreise: Szenen aus dem Apulien der 50er Jahren

Fünf Mini-Reportagen über die Oliven- und Mandelernte, die Lebensbedingungen der Bauern und Landarbeiter, einen Sonntag am Meer und Apulien im Schnee. Quelle: CinecittaLuce

Grünes Gold: Olivenernte in Apulien (1955, 1`30 min)


mehr lesen

Die Höhlenkirchen von Massafra und Mottola

Seit ich Werner Herzogs Film "Die Höhle der vergessenen Träume" über die Bilder in der südfranzösischen Chauvet- Höhlen gesehen habe,  wollte ich unbedingt die Felsenkirchen Apuliens in Matera, Massafra oder Mottola sehen. Die sind aber gar nicht so einfach zu besuchen. Leichter ist es in Monopoli und Fasano.

 


Höhlenkirche in der Lama d`antico
Höhlenkirche in der Lama d`antico
mehr lesen

Streetart in Taranto

Fliegende Fische auf halb verfallene Mauern gemalt, Seefahrer und Seejungfrauen, afrikanische Gesichter, Madonnen und Muslima, Poetisches und Politisches. Auf den ersten Blick wirkt die Altstadt von Taranto, das legendäre Taras der Griechen, dem Untergang geweiht. Auf den zweiten Blick ist sie alles andere als trostlos.

 

Taranto

Nach ein paar Tagen in Taranto frage ich unsere Gastgeberin, was diese Stadt so besonders macht. "Mentalità di isola." antwortet sie. Die Inselmentalität der Bewohner, wie in Lampedusa.


mehr lesen

Franco Cassano und das Mediterrane Denken

 Ein Perspektivwechsel vom Süden aus.

 


mehr lesen

Festa di San Nicola in Bari

Er ist der Schutzpatron der Schüler und Studenten, Pilger und Reisenden, der Liebenden, der Alten, der Ministranten, der Kinder, der Diebe, Gefängniswärter und Prostituierten. Bei uns ist er bekannt als der Nikolaus.

 


Statue von San Nicola in der Basilica San Nicola
Statue von San Nicola in der Basilica San Nicola

 

 

Nikolaus von Myra, geboren zwischen 260 und 280 in Pàtara in Lykien, gestorben am 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365 ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Als Matteo Salvini von der Lega im September Bari besuchte, klärte ihn Michele Emiliano, Ministerpräsident Apuliens, über San Nicola auf:

„Der wichtigste Schwarze Apuliens, der uns gelehrt hat, wie wir den Frieden bewahren in unseren Geschäftsangelegenheiten und unseren menschlichen Beziehungen.“

 

Wie San Nicola nach Bari kam

 

Im 11. Jahrhundert befand sich Bari unter der Herrschaft der Normannen, die zuvor gegen den Papst und Byzantiner gekämpft hatten. Unter der Besetzung von Roberto il Giuscardo geriet die Region in eine Krise. So beschlossen die städtischen Obrigkeiten, die Überreste des Bischofs von Myra, der in Bari sehr verehrt wurde und dem bereits einige Kirchen gewidmet waren, nach Bari zu holen. Das Schicksal der Stadt sollte einem machtvollen Heiligen anvertraut werden und seine Reliquien davor zu bewahrt werden, in die Hände der Türken zu fallen, die in das Territorium Unterasiens eindrangen.

 

Einigen Quellen zufolge (die Legende von Kiew, russischer Text von 1094) soll San Nicola im Traum einem Geistlichen aus Bari erschienen sein und ihm seinen Wunsch mitgeteilt haben, er möchte in Bari zur Ruhe gebettet werden. Zu Beginn des Jahres 1087 brachen ca. 62 Seeleute, Kaufleute und Sklaven mit drei Schiffen, beladen mit Korn und Getreide, auf nach Antiocha (Syrien). Während die Kaufleute ihren gewohnten Geschäften nachgingen, begaben sich die Seeleute nach Myra in die Kirche, wo die Reliquien aufbewahrt wurden, brachten den Sarg an Bord des Schiffes und verließen schnell die türkische Küste aus Angst in Kämpfe mit den Sarazenen verwickelt zu werden. Es wurde eine lange, gefährliche Rückreise, bei der nicht wenige Stürme überwunden werden mussten. Als sie am Morgen des 9. Mai mit dem kostbaren mystischen Schatz in den sicheren Gewässern Apuliens im Hafen von Bari ankamen, hatte sich die Bevölkerung zu einem großen Fest versammelt.

 

 

Reliquienkammer in der Basilica San Nicola
Reliquienkammer in der Basilica San Nicola

Zu Ehren von San Nicola wurde bald darauf die Basilika gebaut und Bari entwickelte sich zu einer bedeutenden Pilgerstadt. Bis heute findet die Festa di San Nicola vom 7-9. Mai statt. Unter den Fischern aus Bari wird jedes Jahr versteigert, wer die Ehre hat, mit der Statue des Heiligen eine Nacht auf das Meer zu fahren. Am nächsten Tag wird die Statue wieder zurück in die Basilika gebracht.  An diesen Tagen befindet sich Bari quasi im Ausnahmezustand und in ungeraden Jahren schickt sogar das italienische Militär eine Fliegerstaffel zur Unterstützung der Feierlichkeiten. Die ganze Stadt ist mit aufwendigen Lichtinstallationen geschmückt, an den Abenden finden Feuerwerke statt.

 

Auf der Website der Basilica San Nicola habe ich einen Film vom 9. Mai 1957 gefunden. Er zeigt das Fest des hl. Nikolaus, ist aber nebenbei auch ein wunderbar stimmungsvolles Porträt von Bari in den 50er Jahren.

 

 

 

Einige Quellen behaupten die Bareser, die als geschickte Geschäftleute gelten, hätten die Reliquien weniger aus religiösen Gründen nach Bari geholt, als aus wirtschaftlichen Interessen. Als Pilgerort profitierte Bari sicher auch ökonomisch vom Raub der Reliquien. Zu einer kommerzialisierten Figur wurde der Nikolaus aber erst im 19. Jahrhundert.  Infolge der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern vom 6. Dezember auf Weihnachten verlegt und der Nikolaus als Überbringer von Geschenken vom Christkind abgelöst. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das US-amerikanische Brauchtum um den Weihnachtsmann Santa Claus, heute die weltweit dominierende Rezeption des heiligen Nikolaus, dessen Errscheinungsbild mit dem rot-weißen Mantel durch eine Werbekampagne von Coca-Cola geprägt wurde.

 

 

"Ursprüngliche Kunst ist die Kunst der Feste, jene seeligen Momente einer Kultur, in denen die gewöhnliche Zeit, die vergeht, aufgehoben ist."

 

(Nietzsche)

 


Taralli pugliese

In Apulien gibt es sie in jedem Supermarkt. In Deutschland kennt sie kaum jemand: die Taralli pugliese - Gebäck, das zu Wein, Bier oder zum Aperitif schmeckt. Zum Glück könnt ihr sie auch ganz leicht selber machen, ohne Backprofis sein zu müssen.


mehr lesen

Settimana Santa - Ostern in Apulien

Bald ist Ostern. Wir merken es an den niedlichen Schokoladenhäschen. In Apulien ist die Karwoche Anlass für zahlreiche Prozessionen, die noch immer mit düsteren Ritualen des Mittelalters assoziiert werden...

 


mehr lesen

Reisen kann Gefühle von Fremdheit auslösen. Gut so!


mehr lesen

Alleinreisen in stürmischen Zeiten. Der beste Weg zu uns selbst?

 

Für die Suche nach uns braucht es manchmal nur ein bißchen Abenteuerlust. Und oft finden wir beim Alleinreisen etwas , das wir gar nicht gesucht haben.

 



mehr lesen

Der Südliche Gedanke

 

Beim italienischen Nord-Süd Konflikt geht um viel mehr als Lokalpatriotismus. Es geht um Unterschiede im Weltbild: den Gegensatz von protestantischer Rationalität und mediterraner Vernunft.

 


mehr lesen

Nachleuchtende Erinnerungen an den Sommer in Apulien

Schönheit als Erinnerung. Einige meiner liebsten Landschaftsbilder aus Apulien.

 

 


mehr lesen

Tarantismus, Tarantella und Pizzica in Apulien.

Bei der Sagra del Toro in Bitritto tritt die Tarantella-Gruppe TerraRoss auf. Das ist Musik, die sofort ins Blut geht und ihre Wurzeln im Tarantismus hat, mit dem Besessenheit durch Spinnenbisse geheilt werden sollte.

 

 


mehr lesen

Was zieht Euch ans Meer?

Es gibt viele gute Gründe ans Meer zu fahren. Es entspannt, tröstet, inspiriert. Hier ein paar der schönsten Zitate, die ich über das Meer gefunden habe.

 

„Sie lieben das Meer, Kapitän.“

„ Ja, ich liebe es. Das Meer ist alles für mich! Es bedeckt sieben Zehntel der Erdoberfläche. Sein Wind ist rein und gesund. So unermeßlich diese Einöde auch ist, fühlt sich der Mensch dennoch nie einsam, denn er spürt, wie das Leben um ihn wogt. Ein übernatürliches wunderbares Dasein rührt sich im Meer; es ist nur Bewegung und Liebe, lebendige Unendlichkeit, wie es einer ihrer Dichter ausgedrückt hat.“

 

(Jules Verne: 20 000 Meilen unter Meer)

 

 

 

(...) Das andere Extrem ist das Ozeanische Gefühl, ein Zustand des Sich-Fühlens, in dem das eigene Hier undeutlich wird und ich mich in der Welt verliere. Diese Erfahrung ist die berauschende Erfahrung einer Auflösung in Atmosphäre ähnlich wie in verschiedenen Entspannungszuständen etwa der Panstimmung, dem mittaglich dösenden Ausgleiten in sommerlicher Natur.

 

(nach Maurice Merleau-Ponty)

 

 


mehr lesen

Ich fange hier neu an. Eine Phantasiereise

 

Stell dir vor, du schwimmst auf einem Floss über das Meer bis am Horizont eine Insel erscheint. Du näherst dich der Insel langsam, setzt einen ersten Fuß in den Sand und sagst: ich fange hier neu an.

 

 



mehr lesen