Das Meer und Apulien ist ein Non-Profit-Blog, der Brücken zwischen dem Süden und dem Norden bauen möchte. Er ist der Idee des  -> mediterranen Denkens gewidmet.

 

 


Die Höhlenkirchen von Apulien

 

Im 8. Jahrhundert, zur Zeit des Bilderverbots, entstand in den Höhlen Apuliens eine regelrechte Untergundzivilisation. Hier eine Auswahl der schönsten Höhlen und Felsenkirchen in Matera, Gravina, Altamura, Massafra, Mottola, Monopoli.

 


Höhlenkirche in der Lama d`antico
Höhlenkirche in der Lama d`antico
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Luigi Ghirri in Apulien

 

"Ein altes Haus, eine schattige Veranda, ein Ziegeldach, eine verblasste arabische Dekoration, ein Mann, der an der Wand sitzt, eine verlassene Straße, ein mediterraner Baum: Diese alte Fotografie bewegt mich, weil ich ganz einfach „dort“ leben möchte. Für mich müssen Fotografien von Landschaften (städtisch oder ländlich) bewohnbar, nicht besuchbar sein. Angesichts dieser Lieblingslandschaften ist es, als ob ich mir sicher wäre, dass ich dort gewesen bin oder dorthin gehen muss."

( Roland Barthes: Die helle Kammer 1980)

 

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Über das Verschwinden der Glühwürmchen bei Agamben und Pasolini

Wo Pasolini 1975 mit seinem Aufsatz vom Verschwinden der Glühwürmchen aufhörte, knüpft Girgio Agamben an.

 

gesehen in Polignano a mare, 2023 ( Zitat aus: La religione del mio tempo, 1961)
gesehen in Polignano a mare, 2023 ( Zitat aus: La religione del mio tempo, 1961)
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Jean Améry: Wieviel Heimat braucht der Mensch?

 

 

56 Prozent der Befragten einer Umfrage des Rheingold Instituts stimmen der Aussage zu: "Wenn ich die Entwicklung der Politik und gesellschaftlichen Stimmungen in Deutschland so betrachte, würde ich am liebsten auswandern." ( Juli 2023 )

 

Ich fasse hier einige Gedanken aus dem Essay von Jean Améry über Heimatverlust, Heimatersatz, Chancen und Schwierigkeiten des Exils zusammen.

 

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Pier Paolo Pasolini * 5. März 1922 in Bologna; † 2. November 1975 in Ostia

 

Pier Paolo, von allen großen Seelen fehlst du mir am meisten. Alles Gute nachträglich zum 100. Geburtstag.

 

Streetart in Rom Ernest Pignon  / Foto von Ivan Zunic 2016
Streetart in Rom Ernest Pignon / Foto von Ivan Zunic 2016
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Langsam werden. Hommage an Franco Cassano

 

Was es heißt langsam zu sein.

 

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Trauer: vom lamento lucano bis zum Totentanz der Streetart

 

Über die Trauerriten der letzten Klageweiber Apuliens, den Canto della Desolata, Trauer als Friedensarbeit, den horror vacui, Übergangsobjekte und den Totentanz der Streetart.

 

c/o Salvatore Picciuto - Il burqa del Sud
c/o Salvatore Picciuto - Il burqa del Sud
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Pantheon del Gargano

 

"Dies ist der erste einer Reihe von Tempeln, die lokalen Gottheiten gewidmet sind, Halbgöttern mit menschlichen Eigenschaften und Fehlern, die jedoch von einer mystischen Aura umhüllt sind. Die ausgewählten Orte liegen abseits der ausgetretenen Pfade, wunderschöne Orte, die den meisten Menschen leider kaum bekannt sind, alle am Gargano gelegen, einem heiligen Vorgebirge der Natur und Land der Mythen und Legenden. Das ist alles, was ich dazu zu sagen habe: Wir sollten wieder den Menschen in den Mittelpunkt stellen." ( Alessandro Tricario)

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Besondere Orte: La Cala - die Bucht

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Alessandro Tricario`s Streetart - Decamerone

 

Eine Reinszenierung von Bocaccios Decamerone entstand in einem verlassenen Haus in Apulien mit Fotos von Menschen, denen  Alessandro Tricario in den letzten 10 Jahren begegnete.

 

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Italienisches Kino bei der Berlinale 2020

 

Im offiziellen Wettbewerb der Berlinale 2020 liefen drei italienische Filme: Favolacce ( Silberner Bär bestes Drehbuch), Volevo nascondermi  ( Silberner Bär bester Schauspieler ) und Siberia. Außerdem zu sehen: Semina il vento ( aus Apulien) , Palazzo di Giustizia, Pinocchio, La casa dell’amore. Und nach der Berlinale hoffentlich alle Filme im Kino um die Ecke.

 

Foto: Berlin Friedrichshain
Foto: Berlin Friedrichshain
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Torrone di mandorle - Mandelspezialität aus Apulien

 

Torrone die mandorle ist ein traditionelles Weihnachtsgebäck aus Mittel- und Süditalien. In Apulien wird es auch zur Festa di San Nicola verkauft. Sehr einfach zu machen und in 10 Minuten fertig.

 

Torrone di mandorle

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Albert Camus: Mittelmeer, Mensch und Revolte gegen das Absurde

 

Die zehn Worte, die Camus für die wichtigsten seines Lebens hielt, waren: der Sommer, das Meer, die Welt, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Schmerz, die Erde, die Mutter.

 

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Was ist mediterrane Vernunft? Oder Odysseus vs. Moby Dick

 

Mediterrane Vernunft verbindet die Tugendlehre von Aristoteles mit christlich-augustinischen Erkenntnissen. Wichtig ist die Idee des richtigen Maß oder des Ausgleichs von Gegensätzen. Das Prinzip "Land" ist ein Bild für Zugehörigkeit, soziale Bindung und Identität, das „Meer“ dagegen für Abfahrt und individuelle Freiheit.

 


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Pasolini - Das erste Evangelium Matthäus

 

Er war Dichter, Provokateur, aus der KPI ausgeschlossener Kommunist, Filmemacher und er hat den schönsten Bibelfilm der Geschichte gedreht. Erinnerungen an Pasolinis Film Das erste Evangelium Matthäus und seine Sehnsucht nach dem Sakralen.

 


Streetart in Apulien
Streetart in Apulien
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Museo Pino Pascali in Polignano a Mare

 

In Polignano a Mare befindet sich eines der besten Museen Italiens für zeitgenössische Kunst. Es ist dem aus Bari stammenden Arte-Povera Künstler Pino Pascali gewidmet.

 


Polignano a Mare
Polignano a Mare
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Tarantismus: Ernesto de Martino im Land der Gewissensbisse

 

Über wilde Fauen und mythische Monster.

 


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Refugees Welcome: Süditalienische Willkommenskultur

 

 


Taranto
gesehen in Taranto
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Franco Cassano und das Mediterrane Denken

 

 

"Langsam werden heißt den Bäumen, Ecken und Strassenlaternen Namen geben. Sich im Zickzack bewegen am lungomare, am Hafen, auf den Felsen, einem Hügel, der von der Sommersonne verbrannt ist. Zwischenstops einlegen, Bahnhofsvorsteher, Gepäckabgabestellen, Gärten...., Dinge und Orte, die Zeit respektieren und mit Wert füllen, mit Langeweile und Nostalgie, mit ungebändigtem Verlangen versiegelt im Herzen. Einen Kleiderschrank für jeden Traum haben mit großen Geschichten von kleinen Reisenden und dem Applaus von Theatern für mittelmäßige Schauspieler...Langsamkeit beinhaltet jedermanns Fähigkeit, ein Philosoph zu sein, Vertrauen in unsere Sinne haben, mit unseren Körpern die Erde schmecken, die wir überqueren, der Welt danken, ihr erlauben, uns zu erfüllen. Eine Hund betrachten, Schulschluss, Menschen, die im Dunkeln Karten spielen. Langsamkeit weiß, wie man Geschwindigkeit lebt, kann ihre transgressive Kraft würdigen, verlangt, auch wenn sie sie fürchtet, nach der Entweihung, die in der Schnelligkeit wohnt..."

 

 

Hafenmauer Bari
Hafenmauer Bari

 

1996 veröffentlichte Franco Cassano, Soziologieprofessor an der Universität Bari, das Buch Il Pensiero meridiano ( zu deutsch etwa: Der südliche Gedanke). Es geht darin um den Versuch einer Aufwertung der südlichen Kulturen als Möglichkeit, den Nordwesten der Welt aus einer Lebensweise herauszuführen, die geprägt ist von krank machender Beschleunigung, Umweltzerstörung und Ökonomisierung aller menschlichen Beziehungen. Vor allem im südlichen Mittelmeer seien Spuren eines alten Kultursystems, in dem sich seit Jahrhunderten verschiedene Kulturen gegenseitig beeinflussen, noch vorhanden. Es sei eine Kultur der Langsamkeit, der Weisheit, des sozialen Miteinanders und des kulturellen Kompromisses. 

 


Autonomie

 

Ein Leitgedanke des Mediterranen Denkens ist, dass der Nordwesten der Welt nicht nur wirtschaftlich die Oberhand gewonnen hat, sondern auch die Vorstellungswelt des Planeten beherrscht und aus dieser nördlichen Perspektive erscheint der Süden allzu oft als rückständig, archaisch, ungebildet, faul.

 

Um die Andersartigkeit und Autonomie des Südens zu wahren, meint Cassano, darf der Süden nicht länger nur durch die Augen des Nordens gesehen werden, sondern er muss lernen, den Wert der eigenen Perspektive auf die Welt zu erkennen und zu vertreten. Die Welt vom Süden her zu betrachten heißt vor allem, die große Geschichte von Wachstum und Wettbewerb zu hinterfragen, die so tut, als sei der Kapitalismus eine sportlicher Wettbewerb, bei dem jeder die gleichen Chance hätte, wenn er sich denn nur genug anstrengt.

 

Das Mediterrane Denken versteht Cassano als eine theoretische Bewegung, die zeigt, was das Denken des unendlichen Wachstums nicht zu zeigen erlaubt und als Versuch, das Wort Rückständigkeit von einer anderen Seite aus zu betrachten. Dabei handelt es sich nicht um eine bloße Verteidigung der Tradition oder eine Idealisierung des real existierenden Südens, sondern um eine Kritik an der angeblichen Neutralität und Universalität des kulturellen Modells des Nordens. Wie beherrschend dieses Modell geworden ist, sieht man daran, dass jede Kritik daran als Nostalgie oder Rückschritt gesehen wird.

 

Autonomie heißt für Cassano, seinen Weg alleine gehen, sich eigene Regeln setzten, aber auch Strenge gegenüber sich selbst.

 

Langsamkeit

 

Die zweite Bewegung des Mediterranen Denkens besteht in der Betonung der Langsamkeit als Wert, weil die unablässige Beschleunigung wesentliche Erfahrungsweisen des Menschen zerstört z.B. die Erfahrung der Liebe, Reflexion, Erziehung und Geselligkeit.

 

Auch hier geht es nicht um eine Fundamentalisierung der Langsamkeit, sondern um ein in-Frage-stellen der Verabsolutierung der Geschwindigkeit und die Möglichkeit, eine Vielzahl von Zeiten nebeneinander bestehen zu lassen. Fortschritt wird heute mit Beschleunigung gleichgesetzt, alternative Lebensweisen gelten dagegen fast immer als regressiv und nostalgisch. Die Tyrannei der Eile zerstört jegliche Form von Dauer, verabsolutiert die Gegenwart als einzig kontrollierbare Zeit und richtet Schaden am kulturellen und sozialen Gedächtnis sowie an generationsübergreifendem Wissen (Weisheit) an. Gedächtnis wird zu einem bloßen Hindernis, das die Flexibilität einschränkt.

 

Auch demokratische Werte geraten durch die ständige Beschleunigung in Gefahr. Cassano spricht von der Bereitschaft zur Diskussion, als wertvolle Tradition und erinnert an Platon, bei dem sich Tag für Tag Menschen zusammenfanden, um Themen wie Liebe, Tugend , Gerechtigkeit oder Regierungsformen zu diskutieren, eine Diskussion, die jeden Tag fortgesetzt wird also unendlich ist. Aktivisten der Langsamkeit sind für Cassano Sten Nadolny, Peter Handke, Wim Wenders, Werner Herzog, David Lynch.

 

Mediterraneo

 

Die Sichtweise des Mediterranen Denkens rückt das Mittelmeer geografisch wieder ins Zentrum der Landkarte. Dadurch wird aus einem Meer, das als blaue Grenze ein Land vom anderen trennt, ein Raum, der als Verbindung gedacht werden kann. Die Epoche der Nationalstaaten (als erste Moderne) und der Eurozentrismus sollen damit hinter sich gelassen werden.

Das soll keine Rückkehr zur antiken Geschichte sein sondern zeigen, was das Mittelmeer heute wichtig macht: seine Stellung als Schnittstelle, Vermittlungs- und Kontaktzone zwischen den Völkern. Der lateinische Begriff „ mare nostrum“ soll nicht als Besitzanspruch eines einzelnen Volkes formuliert werden, sondern als Plurales „wir“. Da, wo seit Jahrtausenden Ankünfte und Abfahrten miteinander abwechselten, gibt es kein monolithisches, ganzes „Wir“ das vor der Gefahr der Anderen in Schutz genommen werden müsste..“

 

Das plurale „wir“ versteht er als eine Gegenthese zu Reinheit, Integrität und Integralismus.

Das Mittelmeer ist ein Raum, der Völker bewegt und in Kontakt bringt, sowohl ihre Sprachen, Überzeugungen als auch ihre Vorstellungen von Zeit und Rhythmus. Andere Kulturen auf Rückständigkeit zu reduzieren ist eine Anmaßung, die der jeweiligen Tradition ihre Würde nimmt. Der Süden will keine Hilfe, sondern die Idee eines anderen Europas in dem es nicht nur den östlichen Teil eines atlantischen Imperiums darstellt.

 

Die Gefahr des Fundamentalismus existiert nach Cassano nicht nur in Form von Selbstmordattentätern, sondern auch in der Form eines aktiven Eurozentrismus, der die eigenen Prinzipien exportiert und die Andersartigkeit des Anderen auslöscht. Den Fundamentalismus des Islam versteht er als militarisierte Reaktion einer Kultur, die sich angegriffen fühlt. Das Mediterrane Denken dagegen ist eine entmilitarisierte Lesart der eigenen Tradition, die in anderen Traditionen ebenfalls neue Lesarten hervorbringen kann. Eine Tradition lässt von ihrem Integrismus ab, wenn sie sich nicht mehr bedroht fühlt.

 

Das Mass

 

Das Mass ist kein Mittelweg, sondern die Einnahme einer Position, die die Vielfalt unterschiedlicher Lebensweisen anerkennt und verteidigt. Es ist ein Kriterium, um Kulturen zu vergleichen, um konstruktive Spannungen und Beziehungen herzustellen zwischen den Prinzipien „Land“ und „Meer“. Das „Land“ symbolisiert Zugehörigkeit, soziale Bindung und Identität. Das „Meer“ steht für Abfahrt und individuelle Freiheit.

 

Der Westen erzählt vor allem die Geschichte der individuellen Freiheit, in der der Einzelne durch die Welt fährt, um Erfahrungen zu machen. Der Osten erzählt dagegen von sozialem Zusammenhalt und dem , was das Abenteuer des Ichs umgibt.

Der Weg des Südens trennt sich vom Spiel um die Macht zwischen Orient und Okzident und den asiatischen Werten, er trennt sich auch von der Erzählung des Wettbewerbs und des Hinterherlaufens. Wenn das gelingt, können auch in Orient und Okzident Kräfte aktiviert werden, die Beziehungen zu anderen offen und gastfreundlich leben können.

 

Säkularisierung des Südens

 

Unter der Überschrift Säkularisierung des Südens fragt Cassano : Sind wir wirklich reicher oder zumindest so reich wie es der Geldindex suggeriert? Es fehlt an öffentlichem gemeinsamen Besitz, an Mut, an Respekt vor Schönheit und vor Orten, von denen andere nicht ausgeschlossen werden können. Die sogenannte Freiheit bestehe vor allem aus Akten der Aneignung und dem Ausschluss anderer von privatem Besitz: unsere Kindheit war reich an öffentlichen Plätzen, Stränden, Feldern, Hügeln, wo wir glücklich waren, ohne uns hinter Mauern zu verbarrikadieren. Die Aporie des Reichtums besteht darin, dass die Armen zwar nicht mithalten können mit den Reichen, denen es immer gelingt andere auszuschließen. Dass die Armen aber, wenn sie immer mehr denken wie die Reichen, am Ende sogar den Stolz verlieren, nicht so zu sein wie sie. Es wird unmöglich sein, Geschäftsleuten Macht zu nehmen, wenn wir nicht den Unterschied zwischen der Erfahrung der Welt und ihrem Verkauf zum Superdiscount verstehen.

 

Er meint, dass es neben der alten Armut, die bleibt, eine neue Art von Elend und Erniedrigung gibt, die aus dem Traum resultiert, die Reichen imitieren zu wollen. Dieser Traum hat zum Tod von Gemeinschaft geführt, öffentliche Plätze in Müllhalden privaten Abfalls verwandelt und Glück ist gleichbedeutend mit privatem Wohlergehen geworden.

 

 

Der Süden als das fremde Andere des Nordens

 

Was der Süden Italiens trotz aller Unterschiede mit Afrika, Asien, der Karibik und Lateinamerika gemeinsam hat, ist dass sie an der Peripherie der Nordatlantischen Kultur liegen und dass sie das Andere des Westens sind. Es sind Quellen anderer Archive an Werten und Traditionen wie Langsamkeit, Kontemplation, Geselligkeit und Gastlichkeit. Mediterrane Formen von Austausch, Hybridität und Pluralität sieht er als Formen des Widerstands zu den Exzessen des Kapitalismus. Er fordert einen autonomen Weg in die Moderne nicht nur für den Süden Italiens oder die Mittelmeerregion, sondern den globalen Süden, dessen Kraft und Würde er wiederherstellen möchte. Man kann es als eine Rückkehr zu Europas mediterranen Wurzeln lesen, als Wiederentdeckung eines Raums, der totalisierenden Visionen von Kultur, Religion, Ethnie und Wirtschaft Widerstand geleistet hat.

 

Der südliche Gedanke bedeutet die Wiederentdeckung von Ressourcen jenseits von Wachstum.

 

"Wir können ihn entdecken in einer Verrücktheit, einem Schweigen, einer Pause, in der Tolpatschigkeit alter Menschen und von Kindern, in einer Bruderschaft, die weiß wie man Mitwisserschaft und Gewährenlassen vermeidet, in der Omertà einer Ökonomie, die soziale Beziehungen nicht verrät."

 

 

Das letzte Buch von Franco Cassano ( 1943 - 2021 ) nach seinem Tod posthum veröffentlicht heißt La contraddizione dentro, 2022 ( Der innere Widerspruch ).

Es versteht sich als eine Ermahnung zur ständigen Ausübung der Freiheit des Denkens.

Der Widerspruch ist vielleicht die schärfste Form der Erfahrung der eigenen Unzulänglichkeit und Unsicherheit, auch wenn die Erfahrung dieser Unzulänglichkeit und Unsicherheit bedeutet, dass man sozusagen im Herzen der Welt ist.

 

mehr zum Thema:

-> mehr zur Mittelmeerutopie im -> Blogartikel über Albert Camus

 

Die Aufwertung der südlichen Kultur kam von unten, meint Cassano. Es waren vor allem Filmemacher und Musiker, die begannen ein anderes Bild vom Süden zu verbreiten. Deshalb habe ich in diesem Artikel mal einen Blick auf -> das Kino Apuliens und des Mezzogiornos geworfen.

 

 

 


Festa di San Nicola in Bari

 

Er ist der Schutzpatron der Schüler und Studenten, Pilger und Reisenden, der Liebenden, der Alten, der Ministranten, der Kinder, der Diebe, Gefängniswärter und Prostituierten. Bei uns ist er bekannt als der Nikolaus.

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Taralli pugliese

In Apulien gibt es sie in jedem Supermarkt. In Deutschland kennt sie kaum jemand: die Taralli pugliese - Gebäck, das zu Wein, Bier oder zum Aperitif schmeckt. Zum Glück könnt ihr sie auch ganz leicht selber machen, ohne Backprofis sein zu müssen.


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Settimana Santa - Ostern in Apulien

 

Für gläubige Italiener ist Ostern das wichtigste Fest des Jahres. Fast überall finden Prozessionen statt.

 


Die Pietà (italienisch für „Frömmigkeit, Mitleid“)  ist die Darstellung Marias als Mater Dolorosa (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam des vom Kreuz genommenen Christus. Im Gegensatz zur Beweinung Christi liegt der Leichnam Jesu immer in Marias Schoß.
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Tarantismus, Tarantella und Pizzica in Apulien.

 

"Tanzt und ihr werdet niemals müde !" Über die Band " TerraRoss" und alle Termine für das Musikfestival Notte della Taranta, das im August durch verschiedene Orte des Salento tourt.

 


TerraRoss
TerraRoss
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